Geschichten

eva
Die Wiener Siedlerbewegung war eine Bewegung von unten, die sich nach dem Ersten Weltkrieg mit viel Eigenarbeit kleine Reihenhauswohnungen mit großen Subsistenzgärten erkämpft hat.

mustafa
Ich hab gedacht, wir fahren mit einem normalen Boot, es wird eine normale Reise.
Und dann sind wir in der Nacht zum Meer gekommen und das Boot war ein einfaches Schlauchboot und wir waren fünfzehn Personen.

haya
In den meisten Ländern gelten wir Palästinenser als staatenlos, und wir haben die syrische Staatsbürgerschaft nicht, also wir durften nicht legal nach Europa kommen, wir mussten illegal kommen.

samuel
Bei meiner Mama sind die Gründe für die Mindestpension typisch: Für den Kinderwunsch hat sie viel aufgegeben.

alexandra
Es ist sehr beeinträchtigend, gesundheitlich und seelisch, wenn die Arbeit so belastend ist. 34 Jahre seines Lebens für eine Firma zu opfern und dann so gemobbt zu werden, das ist enttäuschend.

christoph
Es ist doch absurd, mit dem Auto in den Supermarkt zu fahren, um in Plastik verschweißte Kräuter aus Spanien zu kaufen, wenn man anstelle des Autos ein Kräuterbeet aufstellen könnte.

kathrin
Das ist meine Erkenntnis: Wirklich stark ist nicht die Person, die immer perfekt ist, sondern die, die auch Verletzlichkeit zulässt und um Hilfe bittet und diese auch annehmen kann.

martin
Natürlich nützt es einem nix, jünger auszuschauen, wenn man sich nur mehr bewegen kann wie ein Greis. Ich kann nicht einmal zum Billa gehen, da tut mir schon alles weh.

olivia
Der erste Lockdown war sehr schwierig für mich. Auf einmal musst du zu Hause sitzen, es war für mich so, als hätte wieder Krieg begonnen, das hat bei mir viele Erinnerungen ausgelöst, Stress und Depressionen.

mira
Mir sind Räume wichtig, in denen ich leben darf, wo ich nicht im Hamsterrad bin, wo mir keine engen Strukturen aufgedrückt werden. Dieses Gefühl der Freiheit und Lebendigkeit, in Verbindung zu sein mit anderen und mit mir, das ist mir wichtig.

wolfgang
Dann habe ich ein paar Kurse beim AMS gemacht, aber das waren keine guten Kurse, die ich irgendwie verwenden hätte können.

sonja k
Zum Beispiel die Scham, dass ich mir nur Secondhand-Kleidung kaufen kann. Oder dass ich am Ende des Monats Plasma spenden geh, damit ich noch Milch und Brot kaufen kann. Das erzählt man niemandem gerne. Aber es tut nicht gut, in bestimmten Bereichen so ein verborgenes Leben zu entwickeln.

andreas
Ich mag kein Schubladendenken, es ist doch egal, ob jemand Prada trägt oder einen zerfetzten Mantel oder ob man dem gesellschaftlichen Bild von einem Mann oder einer Frau entspricht. Wir sind alle Menschen. Lasst doch die Leute sein, wie sie sind. Wir haben ohnehin alle unser Packerl zu tragen.

maria & heinz
Es heißt so schön, wer nicht kämpft, hat schon verloren. Es ist so. Man glaubt oft, ach, das blöde Sprichwort, aber manche Sprichwörter haben schon was Wahres.

josé
Folgende Situation ist bezeichnend: Ich weiß, wo ich sein muss. Ich weiß, wann ich dort sein muss. Aber ich kann mich nicht erinnern, für wen und was ich dort arbeiten muss.

claudia
Der Lockdown durch Corona hat mir nicht gutgetan. Alles ist weggebrochen, keine Redaktionssitzungen, wir haben zeitweise nicht einmal die Zeitung verkaufen dürfen. Ich bin auch technisch nicht für Zoom-Meetings ausgerüstet, mein Computer ist komplett veraltet. Ein neues Modell kann ich mir jetzt nicht leisten.

manfred s
Ich dachte immer, ich kann nicht darüber reden, weil die Stimmen mir sagten, wenn ich was sage, dann bin ich tot. Ich habe zur Ärztin gesagt, ich sag Ihnen jetzt was, aber Sie dürfen sich nicht wundern, wenn ich dann tot bin. Dann ist aber nichts passiert.

christina
Und ich hab eine offene Trombose gehabt am Bein, die haben sie in der Wohngemeinschaft nicht richtig behandelt. Sie hätten mich dort pflegen sollen, aber das ist nicht passiert.

brigitte
Das war mein Fluchtpunkt, sich auf die Schaukel zu setzen, mit Kopfhörer, um den Streitereien und Schlägereien zu entgehen. Ich schaukle heute noch gerne, das ist wie Fliegen. Es gibt mir ein Gefühl der Leichtigkeit und der Freiheit.

monika
Ich rate allen jungen Frauen unbedingt für eine eigene gute Pension vorzusorgen und auf ein Pensionssplitting zu bestehen.

jasmin
Das Jugendzentrum in der Nachbarschaft hat öfters gebrannt. Das habe ich aber als Kind nicht als so gefährlich empfunden, es war irgendwie normal. Ich war nie dort, meine Schwester und ich haben nicht so recht hingepasst. Wir waren nicht genug „österreichisch“ oder „arabisch“, damit wir akzeptiert wurden.

rené
Das Recht auf Wohnen ist ein Menschenrecht. Eine Wohnung ist Privatsphäre, und ohne Privatsphäre kann es keiner lang durchhalten. Wenn man nicht selber wohnungslos war, dann weiß man nicht wirklich, was das für ein Stress ist.

bine
Das Schlimme war, wenn ich mich vorstellen war, haben die Leute in meinen Lebenslauf ATZ Schiltern gelesen, und das war natürlich verschrien, weil jeder gewusst hat: aha, psychisch erkrankt.

hedy
Mir wurde lapidar gesagt: Ja, dann klagen Sie doch ihren Bruder. Aber klag einmal jemanden aus der eigenen Familie, einen Bruder, der Pensonist ist und eine Krebsdiagnose hat. Das macht man nicht. Ich sicher nicht.

noomi
Vor allem meine Mutter hat uns immer wieder darin bestärkt, uns das nicht gefallen zu lassen, wenn uns wer beschimpft oder sonstwie blöd behandelt. Ich habe also früh gelernt, Rassismus zu benennen, mich zu wehren, und mich zu engagieren.

sandra
Das Spezielle: Du bist in so einer Glasbox untergebracht gewesen. Nirgends ein Winkel, um dich zu verstecken. Du bist immer sichtbar. Da haben sie uns beobachtet und Experimente mit uns gemacht, psychisch und mit Medikamenten, das war nicht so leiwand.